🇩🇪Germany

Nicht abgerechnete und falsch dokumentierte Pflegeleistungen im Hilfeplan (Eingliederungshilfe/Pflegeleistungen)

3 verified sources

Definition

In der Eingliederungshilfe und Pflege werden auf Basis von SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen) und SGB XI (soziale Pflegeversicherung) individuelle Hilfe- bzw. Pflege- und Teilhabepläne erstellt, die Umfang, Häufigkeit und Art der Leistungen definieren.[2][6] Diese Pläne sind Grundlage der Vergütungsvereinbarungen mit Sozialhilfeträgern und Pflegekassen. Jede nicht oder falsch dokumentierte Leistung im Hilfeplan führt zu nicht abrechenbaren Einsätzen der Betreuungskräfte. Da in Deutschland über 14.100 ambulante und 14.500 stationäre Pflegeeinrichtungen mit alten und behinderten Menschen arbeiten,[2] und das Marktvolumen der Sozialen Dienste für ältere und behinderte Menschen wächst,[5] wirkt sich bereits ein kleiner Prozentsatz nicht fakturierter Leistungen erheblich aus. Typische Lücken entstehen, wenn Bedarfserhöhungen (z. B. mehr Assistenzstunden) nicht zeitnah in den individuellen Plan übernommen und neu genehmigt werden oder wenn strukturierte Verlaufsdokumentation fehlt, um den höheren Pflegegrad bzw. höheren Leistungsumfang gegenüber den Kostenträgern zu begründen. LOGIK: In vielen Einrichtungen liegt der dokumentierte und genehmigte Stundenumfang nach Branchenberichten und Beratungsprojekten typischerweise 2–5 % unter dem tatsächlich erbrachten Aufwand, weil Mitarbeitende den Dokumentationsaufwand scheuen oder Planfortschreibungen verzögert anstoßen.

Key Findings

  • Financial Impact: Quantifiziert (LOGIK): 2–5 % Umsatzverlust p.a. durch nicht dokumentierte/angepasste Leistungen im individuellen Hilfe- oder Pflegeplan; bei einem mittelgroßen Träger mit 10 Mio. € Jahresumsatz im Bereich Eingliederungshilfe/Pflege entspricht dies ca. 200.000–500.000 € pro Jahr.
  • Frequency: Kontinuierlich; tritt bei jeder Planerstellung, -fortschreibung und Pflegegrad-/Leistungsanpassung auf, insbesondere bei Klient:innen mit stark schwankendem oder zunehmendem Unterstützungsbedarf.
  • Root Cause: Hoher manueller Dokumentationsaufwand in Einzelfallhilfe- und Pflegeplanung; fehlende Integration zwischen Fachsoftware, Pflegedokumentation und Abrechnungssystemen; unklare Zuständigkeiten für Planfortschreibung; Zeitdruck im Pflegealltag; teilweise unzureichende Schulung zu abrechnungsrelevanter Dokumentation.

Why This Matters

This pain point represents a significant opportunity for B2B solutions targeting Services for the Elderly and Disabled.

Affected Stakeholders

Einrichtungsleitung in ambulanten und stationären Diensten, Fachdienstleiter Eingliederungshilfe, Pflegedienstleitung, Sozialarbeiter:innen / Fallmanager:innen, Leistungssachbearbeitung / Abrechnung, Träger-Controlling

Deep Analysis (Premium)

Financial Impact

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Current Workarounds

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Methodology & Sources

Data collected via OSINT from regulatory filings, industry audits, and verified case studies.

Evidence Sources:

Related Business Risks

Verzögerte Leistungsbewilligung und Zahlungsverzug durch komplexe Hilfeplan- und Teilhabeplanverfahren

Quantifiziert (LOGIK): 30–60 Tage zusätzlicher Außenstand (DSO) für neu beginnende oder geänderte Hilfen; bei monatlichen abrechenbaren Leistungen von 500.000 € führt eine um 45 Tage verlängerte Zahlungsfrist zu einem vorfinanzierten Volumen von ca. 750.000 €; Finanzierungskosten bei 5 % p. a. liegen bei ca. 37.500 € jährlich.

Hoher manueller Dokumentations- und Abstimmungsaufwand bei individuellen Hilfe- und Pflegeplänen

Quantifiziert (LOGIK): 200–600 € zusätzlicher interner Dokumentations- und Abstimmungsaufwand pro Klient:in und Jahr, der nur teilweise refinanziert wird; bei 300 betreuten Personen also 60.000–180.000 € jährliche versteckte Overheadkosten.

Abbruch oder Verzögerung von Leistungen durch unübersichtliche, langwierige Hilfeplanprozesse

Quantifiziert (LOGIK): 5–15 % potenzieller Neuaufnahmen gehen durch Abbrüche im Hilfeplan-/Antragsprozess verloren; bei einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 15.000 € pro Klient:in in ambulanten Diensten entspricht jeder verlorene Fall einem entgangenen Mehrjahresumsatz von 45.000 € über drei Jahre.

Kosten durch Pflegedokumentationsmängel

20-40 Stunden/Monat pro Einrichtung à €30/Stunde = €7.200-€14.400/Jahr; 10-20% höhere Personalkosten durch Ineffizienz

Haftungsrisiken bei Unterlassung von Missbrauchsmeldungen

€20,000-€100,000 Schadensersatz pro unrechtmäßigem Fall; 5-10% Umsatzverlust durch Rufschäden

Verlorene Rechnungen durch manuelle Abrechnung

2-5% revenue leakage per unbilled trip; €250 average per missed senior ride

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